Magdalena Andersson

Magdalena Andersson (2021)

Magdalena Andersson (* 23. Januar 1967 in Uppsala) ist eine sozialdemokratische Politikerin in Schweden. Am 29. November 2021 wurde sie erneut zur Ministerpräsidentin gewählt. Der formelle Amtsantritt ihrer Minderheitsregierung erfolgte am 30. November 2021.[1] Sie wurde bereits am 24. November 2021 zur ersten schwedischen Ministerpräsidentin gewählt, reichte aber noch am selben Tag vor ihrem Amtsantritt wegen des Scheiterns ihrer Koalition ihren Rücktritt ein. Andersson war von 2014 bis 2021 Finanzministerin und ist seit dem 4. November 2021 Vorsitzende der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SAP).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andersson studierte an der Handelshochschule Stockholm. Bei der Wahl zum Schwedischen Reichstag 2014 wurde sie zur Abgeordneten gewählt. Am 3. Oktober 2014 übernahm sie als Nachfolgerin von Anders Borg das Finanzministerium in der rot-grünen Minderheitsregierung unter Stefan Löfven.

Nachdem Löfven am 22. August 2021 angekündigt hatte, sich im November 2021 von seinen Ämtern als Parteivorsitzender und Ministerpräsident zurückzuziehen, galt sie als Favoritin für seine Nachfolge.[2] Am 4. November 2021 wählte der Parteitag der Sozialdemokraten Andersson einstimmig zur neuen Vorsitzenden.[3] Am 24. November wurde Andersson vom schwedischen Reichstag zur Ministerpräsidentin gewählt. Für ihre Wahl genügten 117 Ja-Stimmen und 57 Enthaltungen, da mit 174 Nein-Stimmen keine absolute Mehrheit der Abgeordneten gegen sie zustande kam.

Am selben Tag lehnte die Reichstagsmehrheit jedoch den Haushaltsentwurf der rot-grünen Minderheitsregierung ab und verabschiedete stattdessen einen Etat, der mit Zustimmung der rechtspopulistischen Schwedendemokraten zustande kam. Da der parlamentarische Haushalt für die Exekutive bindend ist, erklärten die Grünen ihren Rückzug aus der Regierung. Dies wiederum veranlasste Andersson noch am Tag ihrer Wahl, den Parlamentspräsidenten um ihre Entlassung aus dem Amt zu bitten.[4]

Parlamentspräsident Andreas Norlén setzte eine erneute Abstimmung über das Amt für den 29. November an. Auf Vorschlag Norléns kandidierte wieder Andersson, ohne Gegenkandidat, diesmal allerdings für eine rein sozialdemokratische Minderheitsregierung. Sie hat angekündigt, bis zur nächsten Parlamentswahl im September 2022 mit dem von der Oppositionsmehrheit beschlossenen Haushalt regieren zu wollen. Unterstützt wurde die Kandidatur wie schon bei ihrer ersten Wahl neben den Sozialdemokraten von den Grünen, der linken Vänsterpartiet und der Zentrumspartei.[5] Andersson wurde mit 101 Ja-Stimmen, 173 Nein-Stimmen und 75 Enthaltungen auch diesmal zur Ministerpräsidentin gewählt.[6]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andersson ist mit dem Professor für Volkswirtschaftslehre Richard Friberg verheiratet und hat zwei Kinder.

Kabinette[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Magdalena Andersson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.riksdagen.se/en/news/2021/nov/29/press-release-schedule-for-the-change-of-government-on-30-november/
  2. Magdalena Andersson favorit att ta över – här är andra kandidater, Dagens Industri, abgerufen am 22. August 2021
  3. Magdalena Andersson vald till partiordförande för det Socialdemokratiska Arbetarepartiet. Socialdemokraterna, abgerufen am 4. November 2021 (schwedisch).
  4. Schwedens Ministerpräsidentin tritt am Tag ihrer Wahl zurück. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Abgerufen am 24. November 2021.
  5. https://taz.de/Schwedens-Regierungschefin-Andersson/!5818292;moby/
  6. https://www.svt.se/nyheter/snabbkollen/andersson-s-vald-till-statsminister-igen